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Zur Erinnerung
    an unsere
Silberhochzeit

8. Juni 1960

Grussword: (Prediger Glöckler  Stuttgart)

Psalm 126:
V.5: Die mit Tränen säen, werden mit Freude ernten.
V.6: Sie gehen hin und weinen und trage edlen Same und kommen mit Freuden und bringen ihre garben.

Eingangslied: Du meine Seele singe.

Gedicht [written by Herta Matthia Ball]:

Wir grüssen Euch zu unserm Feste,
Ihr lieben Verwandten und werten Gäste.
Seid herzlich willkommen groß und klein,
möget Ihr alle gesegnet sein!
Wir danken heut, weils IHM gebühret,
dem HErrn, der uns bis hier geführet....
25 Jahre sind nun dahin,
die wir gewandert mit frohem Sinn.
Die Zeit ist entschwunden wie ein Traum,
ich kann es fassen un glauben kaum!
Inmitten der schönen Frühlingszeit
haben wir damals beide gefreit.
Einstmals im bräutlichen Schmuck un Glanz,
heute in silbernen Haar und Kranz!
Ich schau im Geist uns stehen dort,
am Altar gesegnet durch Gottes Wort.
Vom Elternhaus, so lieblich und traut
führst heim Du mich als junge Braut!
Wir waren beide glücklich zuzweit
und teilten einander Freud und Leid.....
Und wieder gehen die Gedanken fort,
dorthin zu meinem Heimatort,
darin einst meine Wiege stand,
mein lieben schönes Heimatland!
Die Jüngste war ich daheim im Nest,
von allen gehegt und gepflegt aufs best!
Meine zwei Brüder und's Schwesternpaar
umsorgten so treu mich stets führwahr.
Zuhause im schönen Gartengrund
verlebten wir manche fröhe Stund.......
Als dann der Krieg brach plötzlich aus.
fanden wir Schutz un Zuflucht zuhaus!
Es war uns allen das Herz so schwer,
als Kurt ging fort weit übers Meer....
Wir mussten uns von ihm ganz trennen,
doch Gottes Fügung auch erkennen.
Kurt fand in der Ferne dort sein Glück
und kehrte bis heut nicht heim zurück...
Erwin, mein ältester Bruder dann
nahm sich der Schwester besonders an.
In seiner Jugend den HErrn er fand,
er gab sein Leben in Gottes Hand!
Den gleichen Weg ging ich als bald,
Ich war kaum 18 Jahre alt.
Mein Leben wurde reich in Gott,
ich h"rte nicht auf andrer Spott,
auf schmalem Wege jetzt geleitet
hat mich der Herr hier zubeereitet.
Als Er mich Dir dann einst geschenkt,
war's seine Hand, die uns so treu gelenkt!

Du warst Deiner Eltern einziger Sohn
und gingst früh einsam den Weges schon,
wil Dein treues zartes Mütterlein
in früher Jugend Euch ließ allein.
Als vom Schulweg heim den Schritt lenkst Du,
schloß sie für immer die Augen zu.
Ein Sieg zugleich war auch ihr Sterben,
sie zog Euch nach zu Himmelserben.
Die gute Saat die sie in Euch gelegt,
nun reiche Glaubensfrüchte trägt.
Als groß war Dein Verlust und Schmerz,
nahmst JESUS auf Du in Dein Herz!
Du durftest Halt un Zuflucht finden
Beitreuen wahren Gotteskindern.
Und in Gemeinschaft treuer Brüder
sangt froh Ihr Eure Glaubenslieder!
Dann kam die Zeit, da wir uns fanden
und für den Lebens weg verbanden.
 Wir wagten diesen Glaubensschritt,
denn unser Herr und Meister ging ja mit!
Geführt durch rauhe Lebenspfade
begleitet uns des Herren Gnade!
Um uns stehn heute unsre "Acht"
die Gottes Güte uns zugedacht.
Wir stehn beschämt in Eurem Kreise
und preisen Gott in froher Weise!
Es ist mit Worten nich zu sagen,
welch Glück es ist ein Kind zu tragen.
vergessen sind die Angst die Schmerzen,
wenns Kindlein ruht am Mutterherzen.
Wie wären wir doch arm am Ende,
wenn Gott nich füllt die leeren Hände!
ER wolle reiche Frucht uns geben
in unser armes Erdenleben!
Zuerst flogen drei Mägdlein ins Haus,
Gott hat sie selber gesucht uns aus.
Rosmarie, Christa, Regina, wir warten
wi Blumen sie in Gottes Garten.
Dannfolgt ein Sohn als Nummer 4
und dies war unser Gottfried hier...
Dann kam die Fluch von Haus mit Schmerzen,
und wieder lag ein Kind am Herzen!
Als bald der Krieg zuend verloren,
ist unsre Sieghild dan geboren.
So zogen wir heimatlos umher
es war oft bitter, hart und schwer!
Un immer wenns ging durch's dunkle Tal,
kam zu uns wieder ein Sonnenstrahl!
Kalt war der Winter, mit Schnee und Orkan,
da stellte sich ein mein Christian.
Es war eine Zeit voll Hunger und Not,
oft hatten wir weder Milch noch Brot.
Doch immer öffnete Gott eine Tür
zu speisen die kleinen Kinder mir.
So ging es bergab und auf im Leben,
und Sorgen hat es oft gegeben!
Elisabeth erwarten wir mit Bangen,
sie kam und is bald "h i n a u f" gegangen.
Benjamin is unser jüngster Sohn,
der Herr tat an ihm viel Wunder schon....
Nun will die JÜngste ich noch nennen:
Dorothea wir alle sie kennen.
Sie ist die letzte der Gottesgaben
an welcher wir alle Freude haben.
In späteren Jahren hat alsdann
zu uns gefunden ein junger Mann!!
Hansmartin, Schwager und Schwiegersohn,
er liebt unsre Älteste lange schon.
Sie warten einander in Treue gern
und dienen gemeinsam ihrem HErrn!
Und alle Kinder, dem HErrn sei Ruhm,
hat ER erwählt zu seinem Eigentum!

Wenn dieser Tag zuende geht
ein neuer wieder aufersteht.
Gott ließ uns dieses Fest erleben,
daß wir uns neu die Hände geben,
vereint zu pilgern noch eine Zeit,
wartend und dienend dem HErrn geweiht!
Bis in Alter will ER uns tragen,
mit IHM dürfen wir's weiter wagen!
 ER wird ans Ziel uns endlich bringen
bis ewig wir IHM Dank dort singen!!!

Lied: (von unsern acht Kindern gesungen)

Ja, ICH wil Eug tragen bis in Alter hin
un Ihr solt einst sage, daß ICH gnädig bin!